Rappeln an Karfreitag und Karsamstag

Ausnahmesituation 2020: Die Corona-Pandemie legt das öffentliche Leben nahezu lahm. Da keine Treffen in größeren Gruppen erlaubt sind, wird von zuhause gerappelt. Jung und Alt sind alle dabei.
Rappeln 2020
Ausnahmesituation 2020: Die Corona-Pandemie legt das öffentliche Leben nahezu lahm. Da keine Treffen in größeren Gruppen erlaubt sind, wird von zuhause gerappelt. Jung und Alt sind alle dabei.
Rappeln 2019 Hoxel
Die Ortsbezirke übergeben an Karsamstag eine Rappel als Willkommensgruß an die Neugeborenen.
Rappelübergabe 2018
Die Ortsbezirke übergeben an Karsamstag eine Rappel als Willkommensgruß an die Neugeborenen.
Das Bild, das von Eberhard Scherer zur Verfügung gestellt wurde, zeigt die Riedenburger Rappler in den 1950iger Jahren.
Rappeln in Riedenburg
Das Bild, das von Eberhard Scherer zur Verfügung gestellt wurde, zeigt die Riedenburger Rappler in den 1950iger Jahren.
Die Morscheider Rappler Ende der 1970er-Jahre vor der Schule.
Rappeln in Morscheid
Die Morscheider Rappler Ende der 1970er-Jahre vor der Schule.
Die Aufnahme entstand beim Rappeln im Jahre 1986.
Rappeln in Hoxel
Die Aufnahme entstand beim Rappeln im Jahre 1986.
Previous Next Play Pause
1 2 3 4 5 6

Von Gründonnerstag bis zur Osternacht verstummen die Glocken an den Kirchen und Kapellen. Nach dem katholischen Glauben "fliegen die Glocken nach Rom, um dort gesegnet zu werden". Statt des Glockengeläut ziehen an Karfreitag und Karsamstag die Kinder und Jugendlichen mit Rappeln durch die Straßen und rufen damit zur Bet- und Mittagsstunde. Morgens um 6.30 Uhr bzw. abends um 18.30 Uhr wird gerufen: "Et laut Betglock!" (Es läutet die Betglocke) und mittags um 11.30 Uhr wird gerufen: "Et laut Meddach!" (Es läutet Mittag). Gerappelt wird mit mit mehr oder weniger aufwendigen Holzinstrumenten.
An Karsamstag ziehen die älteren Kinder von Haus zu Haus und sammeln Ostereier, Süssigkeiten und Geld und bekommen so den "Läutelohn" für ihren Einsatz die verstummten Glocken zu ersetzen. Die Gaben werden anschließend unter allen Beteiligten aufgeteilt.

Als Willkommensgruß bekommen die Neugeborenen auf dem Balkan von den einzelnen Ortsbezirken eine Rappel geschenkt. Diese werden jedes Jahr an Karfreitag übergeben.


Rappelübergabe und Rappeln 2024

Rappelübergabe und Rappeln auf dem Balkan 2023

Rappeln auf dem Balkan 2022 

Rappelübergabe 2022 der Ortsbezirke Hoxel und Morscheid-Riedenburg an die Neugeborenen

Hexennacht - Maibaumstellen

Gemeinsam wird in den Wald gefahren, der Maibaum ausgesucht, gefällt und entrindet.
Maibaum fällen
Gemeinsam wird in den Wald gefahren, der Maibaum ausgesucht, gefällt und entrindet.
Der Maibaum wird mit Bändern und einem Kranz geschmückt.
Maibaum schmücken
Der Maibaum wird mit Bändern und einem Kranz geschmückt.
Der Maibaum wird aufgerichtet.
Maibaum stellen
Der Maibaum wird aufgerichtet.
Nachdem der Maibaum steht, wird beim Maifeuer in die Hexennacht gefeiert.
Hexenfeuer
Nachdem der Maibaum steht, wird beim Maifeuer in die Hexennacht gefeiert.
Der Maibaum schmückt den Ort insgesamt 6 Wochen.
Maibaum
Der Maibaum schmückt den Ort insgesamt 6 Wochen.
Previous Next Play Pause
1 2 3 4 5

Am Vorabend des 1. Mai, der sog. Hexennacht, trifft sich das Dorf und fährt in den Wald, um dort einen Maibaum zu fällen. Der Baum wird entrindet, mit Bändern geschmückt, einem Kranz versehen und gemeinsam im Ort aufgestellt. Mit dem Maibaum wird das Frühjahr begrüsst. Er soll seine Segenskraft und reiche Fruchtbarkeit auf alle Bewohner des Dorfes übertragen.

Nachdem der Maibaum gestellt ist, wird bei einem Feuer in die "Hexennacht" gefeiert. Dieser Brauch geht auf die Kelten zurück, die seinerzeit ein Frühlings- und Fruchtbarkeitsfest feierten. Im Mittelalter glaubten die Menschen, dass sich die Hexen in dieser Nacht mit Geistern und Dämonen treffen und gefährliche Zaubereien veranstalteten.

Auch heute gibt es ab und an noch "Hexen", die in dieser Nacht durch das Dorf ziehen und Bänke, Gartentore, Mülleimer und andere Dinge verschwinden lassen. Gespannt wartet die Dorfbevölkerung jedoch, ob die "Hexen" in der Nacht ein "Pädchen" gestreut haben. Wenn es ein neues Liebespärchen im Dorf gibt, wird vom Haus des Mädchen bis zum Haus des Burschen mit Kreide ein "Pädchen" gestreut.

 

Maibäume und Maifeiern auf dem Balkan 2022

St. Martin

  Jedes Jahr findet rund um den St. Martinstag der Martinsumzug statt. Die Kinder ziehen mit ihren selbst gebastelten bunten Laternen gemeinsam zum großen Martinsfeuer. Dabei singen sie, begleitet vom Musikverein, Martinslieder. Angeführt wird der Umzug von St. Martin hoch zu Ross. Im Anschluss an den Umzug erhält jedes Kind am Martinsfeuer eine Brezel. Die Ortsbezirke Hoxel und Morscheid-Riedenburg haben ihren Martinsumzug stets am 10.11.. Dieser führt vom Hoxeler Feuerwehrhaus bis an Grundschule. Der Termin des Wolzburger St.Martin-Umzugs ist der Morbacher Rundschau zu entnehmen.

Der Umzug findet zu Ehren des Heiligen Martin statt. Martin von Tours wurde 316 oder 317 in Savaria geboren (heutiges Ungarn), das seinerzeit zum Römischen Reich gehörte. Da sein Vater ein römischer Offizier war, musste auch Martin zum Militär, was ihm eigentlich gar nicht behagte. Während seiner Zeit als Soldat war er im Norden des heutigen Frankreich stationiert, wo sich sich die bekannte Geschichte zutrug, die im "Sankt Martin-Lied" besungen wird: An einem eiskalten Wintertag ritt der damals 17-jährige zum Stadttor hinaus, als er auf einen armen Mann traf, der keine Kleider an hatte. Der Bettler sprach ihn an und bat um Hilfe. Außer seinen Waffen und seinem Mantel hatte Martin nichts bei sich, was er ihm hätte geben können. Er zückte kurzerhand sein Schwert und teilte seinen Mantel. Die Hälfte gab er dem Bettler, die andere Hälfte legte er sich um seine Schultern. In der darauf folgenden Nacht träumte Martin: Er sah Jesus, bekleidet mit dem halben Mantel, den er dem Bettler gegeben hatte.
Für diese gute Tat wird Martin heute noch verehrt und soll ein Vorbild dafür sein, seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst.

Nikolaus-Abend


 
 
 

Der Hl. Nikolaus gilt als einer der meistverehrten Heiligen des Christentums. Nikolaus lebte um das Jahr 340 als Bischof in der Stadt Myra in der heutigen Türkei, damals gehörte die Stadt zum Römischen Reich. Er galt als barmherzig und mildtätig. Er soll seinen ganzen Besitz und alle Spenden, die er erbetteln konnte, an Arme und Kinder verschenkt haben.

Am Vorabend des Nikolaustages (05. Dezember) kommt der Heilige Nikolaus persönlich bei den Kindern vorbei, um sie zu beschenken und ihnen vorzutragen, was sie im ablaufenden Jahr alles Gutes und was sie weniger Gutes getan haben.

Die Nikolaus-Besuche werden vom "Verein zur Förderung des traditionellen Brauchtum Balkan e.V." organisiert.